Bildergalerie
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Die Schöpfung
Gott sprach: Es werde Licht, und es ward Licht (Gen. 1,3).
Gott schafft also durch sein Wort, es liegt allem Geschaffenen zugrunde. Das Urlicht ist in intensivem Gelb, es überstrahlt alles, folgt allem als ein ewiger Morgen ("heute" dagegen, d.h. nach dem Südenfall, hat der Tod, die Nacht, das letzte Wort). Die " 1" steht als Symbol dieses Lichts, vgl. die positive Besetzung von Begriffen wie "Einssein", "Einheit", usw.
Gott trennt nun Licht von Finsternis ab, er macht aus der "Einsheit" die "Zweiheit". Auf diesem Prinzip beruht die ganze Schöpfung (oben-unten, positiv-negativ, männlich-weiblich, usw.).
Die Erschaffung des Menschen
Die Erschaffung des Menschen als "Gottes Bild und Gleichnis", als "Mann und Frau" in seinem Licht (intensives Gelb) -Gen. 1,27. Adam und Eva sind hier dargestellt durch das altchinesische Symbol von Yang und Yin. Der Mensch ist jedoch schon nicht mehr genau im Zentrum des Lichtkegels - Versuchung und Sündenfall kündigen sich an.
Der Sündenfall
Im Sündenfall hat der Mensch die Gemeinschaft mit Gott aufgekündigt und sich damit allem, was von Gott wegführt, geöffnet. Er ist nicht im göttlichen Licht, sondern findet sich im Labyrinth von Raum und Zeit, von Fragen ohne Antwort wieder. Er ist in grundsätzlicher Form ver- zwei -felt. (daher im Bild das schmutzige Gelb, die divergierenden Pfeile). Gott fragt (- nicht weil er die Antwort nicht wüsste): "Adam, wo bist du jetzt" (Gen. 3,9), wo hast du dich hingebracht? - Ein Trost ist nur, dass der Mensch dennoch das "Du" Gottes.
Kain und Abel
Kain und Abel - der Mensch in veränderter Existenz (Gen. 4,1-6): Kain ist der "Erstgeborene", der Leib, wie er sich in der Evolution entwickelt hat; Abel dagegen ist der Einhauch Gottes im Menschen (intensives Gelb), die Seele, das Gewissen. Jeder Mensch ist Kain und Abel zugleich, jeder steht dauernd in der Spannung von Wille und Gewissen, muss sich zwischen beiden Möglichkeiten entscheiden. Kain sieht nur das Selbst, er muss daher alles in dieser Welt, in seinem Leben verwirklichen. So schafft er sich rastlos seine "Selbstwelt" und baut Städte, in denen er Gott vergessen kann. Abel dagegen bewahrt noch das "Du" Gottes, die lebendige Beziehung zu ihm, im Herzen.
Noah in der Arche
Als Gott sah, wie sich der Mensch immer weiter von ihm wegbewegte, "tat es seinem Herzen weh, und es reute ihn, dass er den Menschen geschaffen hatte"(Gen.6, 9-8, 22). Nur Noah hat noch die innere Beziehung zu Gott aufrechterhalten, weswegen dieser ihn nicht in der Zeit, in der Sintflut, die alles überdeckt, untergehen lassen will. Er soll deshalb eine Arche bauen: 300 Ellen lang, 30 breit und 50 hoch. Auf hebräisch heißen diese Zahlen SCHin (=300), nUN (=50) und LAmed (=30). "Zählt" man nun ihre Namen zusammen, so ergibt sich der Begriff "LASCHUN", was soviel wie "Wort" bedeutet. So werden Noah, die Seinen und die Tiere, also das ganze Leben, in der Arche, d.h. im Wort Gottes, über die Zeit hinübergerettet in die jenseitige Welt. Das erste Zeichen dieser jenseitigen Welt ist ein Olivenzweig, den die Taube im Schnabel hält. Aus diesem Grund salben wir z.B. unsere Kinder, unsere Altäre, unsere Priester und unsere Kranken mit dem Chrisamöl aus der Olive. Um dieses Öl zu gewinnen, muss die Olive gepresst werden. Die Flüssigkeit ruht dann drei Tage, um danach zu Chrisam weiterverarbeitet zu werden. Die Olivenpresse am Ölberg bei Jerusalem heißt Gethsemane. Es ist wohl kein Zufall, dass Jesus vor seinem Leidensweg hier weilte (Mk. 14, 32 ff.).
Der Turmbau zu Babel
Der Mensch nimmt hier mit Hilfe von Wissenschaft und Technik die Schöpfung selbst in die Hand. Er will "die Kraft des Himmels" herabholen. Ohne sich über die Gefahren seines Tuns im Klaren zu sein, lässt er sich immer wieder von der Schlange im Baum der Erkenntnis die Augen verdrehen. So dauert die Verführung an und ist eine bleibende, ja zunehmende Herausforderung (Gen. 11,1-9).
Darüber sind Motive aus der Kainswelt heute dargestellt.
Abraham und der Sternenhimmel
Abraham vor dem Sternenhimmel, vor Mikro- und Makrokosmos (Gen. 15, 5-8).Er wird "Vater der Glaubenden" genannt, weil er die Schöpfung nicht auf sich bezieht, also nur das von ihr anerkennt, was er sehen kann, sondern weil er in staunender Demut Gott als ihren Träger und Schöpfer erkennt und ihm vertraut, was vor Gott als Gerechtigkeit gilt.
Im Unterschied zu den Menschen in Bild vom Turmbau zu Babel gegenüber schaut Abraham mit dem Herzen (lichtes Gelb). Er sieht die Schöpfung als Ganzes, in ihrer beglückenden Schönheit (Blumen). Die Aufforderung Gottes: "zähl die Sterne, wenn du kannst" ist durchaus als Aufruf zu verstehen, die Welt wissenschaftlich zu erforschen, doch immer vor dem Hintergrund Gottes als ihres Schöpfers, dem es zu vertrauen gilt.
Der brennende Dornbusch
Oberhalb des Bildes von Abraham vor dem Sternenhimmel schließt sich der Brennende Dornbusch an. Hier offenbart sich Gott als unbegrenzt Seiender schlechthin. Er unterliegt keinen Naturgesetzen, sondern ist vielmehr ihr Grund. "Er wohnt im Licht, in das nichts Geschaffenes zu gelangen vermag" (1 .Tim.6,1 6). Zur weiteren Erhellung dieses Bildes dienen die sogenannten "Himmelreichsgleichnisse" (Mt. 13, 44-46 und Lk. 12,22-32). Die Lilien des Feldes stellen uns die Pracht vor Augen, die Gott schon einer so kurzlebigen Blume zukommen lässt. Um wie viel höher gilt dann der Mensch, wenn er sich nicht selbst erniedrigt. Die Vögel des Himmels - "sie säen nicht und ernten nicht", d.h. sie leben ohne Angst. Auch der glaubende Mensch sollte ohne Angst leben. Das einzige, was er zu fürchten hat, ist die Sünde. Der Schatz im Acker und die kostbare Perle sind beides abermals Gleichnisse für den Menschen, der Gott so wertvoll ist, dass er alles für ihn hingibt.
Das Paschamahl
Dieses Bild zeigt das Paschamahl als Vorbild der Eucharistie und den Auszug aus Ägypten (Ex. 12,1-13,16). Mit "Ägypten" ist hier die diesseitige Welt mit ihren Mächten (Politik, Wirtschaft, ...) und Zwängen gemeint. Die sogenannten Plagen Ägyptens gelten jedoch nur der "Erstgeburt", dem Leib. Er wird geschlagen und er muss sterben. Das Volk Israel dagegen sammelt sich zum Paschamahl, um von Gott "mit starker Hand" aus diesem Ägypten, aus der Vergänglichkeit heraus, ins ewige Sein geführt zu werden.
Die Menschwerdung Gottes
Am Anfang, unten in der Mitte, steht die Verkündigung. Die Menschwerdung Gottes soll hier in ihrer kosmischen Dimension erkennbar werden. ER, der Ewige und Lebendige, hat sich hier auf das Innigste mit seiner Schöpfung verbunden. Maria ist insofern durch ihr gehorsames Ja zum Willen Gottes, das die Geburt des Erlösers ermöglicht, der Höhepunkt eben dieser Schöpfung. Wenn beim Sündenfall der Tod in die Schöpfung kam und die Entwicklung bestimmte, so erfolgt hier die Wendung zum Leben (Richtungsänderung der Spirale), die Heilszeit beginnt.
Die Versuchung Jesu durch den Teufel
Man kann das ganze Leben Jesu unter dem Aspekt von Leiden und Versuchung sehen, sie begleiten ihn vom Beginn seines Wirkens bis zum Kreuz:
a) "Wenn du wirklich Gottes Sohn bist, dann lass die Steine zu Brot werden" (Mt 4, 3 ff.). Alle Fragen von Hunger in dieser Welt wären hierdurch gelöst, aber der Sinn der Schöpfung - das Streben zur Einheit mit Gott - wäre zerstört, wahre Erlösung somit unmöglich.
b) "Steig herab vom Kreuz, damit wir an dich glauben." (Mt 27,40; Mk 15, 32) - die letzte und größte Versuchung, die Heilstat zu verhindern.
Jesus mit der Frau am Jakobsbrunnen
Gegenüber der Versuchung ist Jesus mit der Frau am Jakobsbrunnen dargestellt (Joh 4,1-26). Der äußeren entspricht auch eine inhaltliche Gegenüberstellung: Bei der Versuchung lehnt Jesus es ab, etwas zu geben -nämlich Wunder, wie sie die Welt will, d.h. die eine letztlich falsche Göttlichkeit beweisen. Hier dagegen gibt er etwas, nämlich "lebendig machendes Wasser" - die Anbetung Gottes "im Geist und in der Wahrheit".
Das letzte Abendmahl
Die Eucharistie als Erinnerung an die freiwillige Hingabe Jesu aus Liebe (Joh.13.1ff).
Der Kreuzestod
Der Kreuzestod - das Opfer der Versöhnung und zugleich die Offenbarung der Liebe Gottes. Beides steht in unmittelbarer Beziehung zum Geschehen am Altar darunter.
Christus, der "keine Sünde kannte", wird von der Welt zur Sünde gemacht, als Gotteslästerer verurteilt (2. Kor 5, 21). Dadurch spricht sich genaugenommen die Welt selbst das Urteil, sie verrät sich als sündige. Doch Christus ist mit seinem Tod nicht "weg", sondern er zerstört in seiner Auferstehung die Macht der Sünde (allerdings eben erst die nach dem Tod, in Anerkennung der menschlichen Freiheit). Er tut dies nicht im Sinne irdischer Allmachtsvorstellung, sondern er offenbart seine Allmacht gerade durch das Gegenteil: Durch die völlige Hingabe, die Ohnmacht am Kreuz. Seine wahre Allmacht und Größe besteht hier darin, alles, das ganze Leben, hingeben zu können. Er offenbart sich so als absolut Liebender.
Das leere Grab
Das leere Grab - Symbol des Todes, der alles Leben umschließt. Seine Macht reicht soweit wie Raum und Zeit (vgl. Koordinatenpfeile).
Es wird gespalten durch das Weizenkorn, das zwar sterben muss, um neues Leben zu bringen, dann aber reiche Frucht bringt (Joh 12, 24).
In Bezug dazu steht ferner das Bild rechts darunter, das den Auferstandenen zeigt.
Der Auferstandene
Der Auferstandene, der den Jüngern am Osterabend erscheint (Mk 16).
Christus geht durch verschlossene Türen d.h. er ist nicht mehr den Naturgesetzen, der Kausalität in Raum und Zeit, unterworfen; die Materie ist kein Hindernis für ihn.
In der Rundkomposition innerhalb des Bildes ist die Emmauserzählung dargestellt (Lk 24, 13-35):"... wie die beiden Jünger ihn erkannten, als er das Brot brach". Christus identifiziert sich hier nochmals mit dem eucharistischen Opfer und bestätigt es.
Der Durchzug durch das Meer
Der Durchzug durch das Meer bedeutet hier Durchzug durch die fließende Zeit in die Ewigkeit.
Die 4 apokalyptischen Reiter
Die 4 apokalyptischen Reiter: der auf dem "feuerroten Ross" (= der Krieg), der auf dem "schwarzen Ross" (= der Hunger), der auf dem "fahlen Ross" (= der Tod) und der auf dem "weißen Ross" (= der Sieger) - Apk 6,1 - 17.
Sie sind die vier Bestandteile der Menschheitsgeschichte, die immer aus der Vermengung von politischer Macht, wirtschaftlicher Macht, Kräften der Zerstörung und Verneinung und letztlich aber auch dem Wort Gottes besteht.
Der Reiter auf dem weißen Ross ist derjenige, der schon "auszog als Sieger" also der Sieger schlechthin über diese Mächte - Christus als das Wort Gottes.
Der Reiter auf dem feuerroten Ross, der auf dem schwarzen Ross und der auf dem fahlen Ross: Die Pferde sind dauernd in Bewegung, sie schweifen über die ganze Erde, d.h. diese Mächte erscheinen bald hier, bald dort (vgl. z.B. den Krieg im ehemaligen Jugoslawien, die Hungersnot in Somalia, die AIDS-Seuche...).
Das Buch mit den sieben Siegeln
Die Darstellung des Buchs mit den 7 Siegeln (Apk 5,1-14).
Diese Siegel können nur vom Lamm geöffnet werden. Das Buch ist von außen und innen beschrieben, d.h. man kann einiges von außen lesen, doch der eigentliche Text darin, das Wesentliche, bleibt bis hierher verschlossen. Er beinhaltet den Sinn der Weltgeschichte. Die Aussage ist wiederum diese, dass Christus, indem er sich als Opferlamm hingegeben hat, enthüllt, welches die bestimmenden Mächte unserer Geschichte sind. Gerade seine vollkommene Liebe zeigt die Finsternis der irdischen Mächte auf.
Das Gericht über Babylon
Gegenüber dem Buch mit den sieben Siegeln steht nun das Gericht über "Babylon", der Stadt ohne Gott, der Verkörperung der oben genannten Mächte und der Kainswelt, die den Menschen von Gott wegverführt (Apk 17; 18).
Die "Herrscher, Kapitäne und Kaufleute" beklagen den Untergang der "großen Stadt", sie stehen folglich außerhalb derselben: nicht die Menschen, sondern die "Stadt", personifiziert in der "Hure Babylon", wird vernichtet.
Die Vision vom Himmlischen Jerusalem
Im Mittelfeld wird abschließend auf die Vision vom Himmlischen Jerusalem verwiesen, der Stadt, die vom Himmel herabkommt - im Gegensatz zu Babylon, der vom Menschen von der Erde in den Himmel gebauten Stadt.
In ihrer Mitte ist das geschlachtete Lamm vor dem Thron Gottes und den 4 Wesen. Von außen bringen die Völker und Nationen ihre Gaben in die Stadt ein, d.h. das Wirken der Menschen ist nicht vergebens, es ist jetzt geläutert, geschieht mit Gott und auf ihn hin im Licht der Einheit mit ihm. Apk 21,4-5:"Sie werden sein Volk sein, und er wird ihr Gott sein. Er wird alle Tränen von ihren Augen abwischen: der Tod wird nicht mehr sein, keine Trauer, keine Klage, keine Mühsal. Denn was früher war, ist vergangen." Er, der auf dem Thron saß, sprach: "Seht, ich mache alles neu."