Die Orgel

Als das alte Gotteshaus in den 50er Jahren gründlich renoviert wurde, stand auch die Erneuerung der Orgel an. 1955 erhielt die Freiburger Firma Dold den Auftrag, das Instrument umzubauen. Damals wurde die Orgel um fünf auf nunmehr 14 Register erweitert, verteilt auf zwei Manuale und Pedal.

Beim Abbruch des Gotteshauses im Jahre 1960 wurde die Orgel abgebaut. Da die hohen Kosten des Kirchenneubaus damals die Anschaffung einer neuen Orgel nicht zuließen, wurde das bisherige Instrument auch in der neuen Kirche wieder aufgebaut. Dabei wurde die äußere Gestalt der Anlage verändert, zudem kamen nochmals vier weitere Register hinzu. Durchgeführt wurden diese Arbeiten von der Werkstätte Franz Winterhalter aus Oberharmersbach.

Alte Orgel bis 1989

Die Wiederaufstellung der alten Orgel in der neuen Kirche war von vornherein nur als Provisorium gedacht. Damals war noch nicht abzusehen, dass aus dieser Übergangslösung schließlich drei Jahrzehnte werden sollten.

Die Jahre gingen ins Land. Mit der Zeit wurde das vorhandene Instrument immer altersschwächer und störanfälliger. Bereits Ende der 70er Jahre wurden die ersten Planungen für ein neues Instrument in Angriff genommen. Über Jahre hinweg wurde nun durch Spendenaktionen, Bazare und Festerlöse der finanzielle Grundstock für die Anschaffung einer neuen Orgel geschaffen. Besonders der Kirchenchor, allen voran das Organistenehepaar Josemarie und Rainer Merckle, setzte sich tatkräftig für die Verwirklichung des großen Vorhabens ein. Nach zahlreichen Beratungen und Besichtigungsfahrten wurden Angebote von verschiedenen Firmen eingeholt. Die Pläne nahmen konkrete Formen an. Schließlich entschied sich der Pfarrgemeinderat einstimmig, den Auftrag an die Bonner Orgelbaufirma Klais zu vergeben. Am 3. Dezember 1987 wurde das neue Instrument bestellt.

Bei der gründlichen Innenrenovierung der Pfarrkirche wurde die alte Orgel im Herbst 1989 abgebaut. Ihre Pfeifen wurden im Februar 1990 auf einem Bazar, der großes Interesse fand, verkauft. Fortan musste sich die Gemeinde mit einem kleinen Orgelpositiv behelfen. In der Unterkirche, wo der große Saal während der Kirchenrenovierung als Gottesdienstraum genutzt wurde, war der Klang des kleinen Instruments ausreichend, aber in der großen Kirche tönte es doch recht dürftig.

In der Firma Orgelbau Johannes Klais in Bonn waren die Fachleute schon lange mit dem Bau des St. Georgener Instruments beschäftigt. Im März 1990 kamen dann die Orgelbauer in die St. Georgskirche, um die vielen, in der Bonner Werkstatt gefertigten Einzelteile zu montieren, das Eichenholzgehäuse aufzustellen und die komplizierten technischen Einrichtungen zu installieren. Fünf Mitarbeiter der Firma waren rund sechs Wochen mit der Montage beschäftigt. Kurz vor Ostern war das große Werk vollendet und am Nachmittag des Gründonnerstag wurde das neue Instrument vom Orgelsachverständigen der Diözese Freiburg, Professor Dr. Hans Musch, abgenommen.

Die neue Orgel von 1990

Mit besonderer Ungeduld und Freude sah die Pfarrgemeinde nun der Feier der Osternacht, 14. April 1990, entgegen. Als die neue Orgel beim Gloria erstmals volltönend erklang, hatte ein langes Provisorium ein Ende gefunden. In der Folgezeit wurde das neue Instrument in einigen Konzerten den Interessierten vorgestellt.

 

Die neue Orgel von 1990

Die neue Orgel besitzt 1744 Pfeifen und 27 Register, verteilt auf zwei Manuale und Pedal. Ein Register der alten Orgel hielt der Orgelbauer Klais für wert, wieder verwendet zu werden. Es stammt noch aus der alten Nußbacher Orgel und hatte alle Umbauten überstanden. Dieses Register, ein Doppelgedackt 8´, besticht noch heute durch seinen ausgezeichneten Klang.

Die Orgel hat Schleifladen und eine mechanische Spieltraktur. Mit Hilfe eines elektronischen Setzers können 32 verschiedene Klangkombinationen vorprogrammiert und bei Bedarf abgerufen werden, was einen raschen Registerwechsel ermöglicht. Die Schauseite der Orgel, der so genannte Prospekt, ist eine Bereicherung und ein Schmuckstück für den Kirchenraum.

Jochen Schultheiß