Sonn- und Feiertagsgeläut

Die Glocken

Die alte Kirche Kirche verfügte über 3 Stahlglocken aus dem Jahre 1924. Sie taten ihren Dienst 36 Jahre lang bis zum Abbruch der alten Kirche im Frühjahr 1960. Die Glocken wurden vom Turm geholt und zum Schrottpreis verkauft.

Die neue Kirche sollte nun auch ein angemessenes und volltönendes Geläute bekommen. Damit hatte die Stunde der alten Stahlglocken geschlagen. Im Laufe der Planungen war die Entscheidung zu Gunsten eines großen Moll-Geläutes, bestehend aus vier Glocken, gefallen.

Die neuen Glocken - bereit zur Weihe am 28. Oktober 1962

Den Auftrag bekam die Heidelberger Gießerei Friedrich Wilhelm Schilling. Dort wurden die St. Georgener Glocken am Donnerstag, 23. August 1962, in den späten Abendstunden gegossen. Zwei Monate später trafen sie in St. Georgen ein. Erst wenige Tage zuvor war der neue Kirchturm fertig gestellt worden. An einem reich geschmückten Gerüst wurde das Geläute vor dem Hauptportal der Pfarrkirche zur Weihe aufgehängt.

Glockenweihe am 28. Oktober 1962, hier Pfarrer Willi Wellinger bei seiner Ansprache

Am Christkönigsfest, 28. Oktober 1962, begannen nachmittags um 15 Uhr die Feierlichkeiten zur Turm- und Glockenweihe. Zahlreiche Gläubige hatten sich eingefunden, um der Weihe durch Dekan Zürn aus Engen beizuwohnen. In seiner Ansprache würdigte er die großen Opfer, welche die Gemeinde für den Kirchenneubau gebracht hatte. Mit seinen Glückwünschen verband er die Hoffnung, dass die Glocken die Stürme der Zeit überstehen mögen und den Gläubigen erhalten bleiben, um sie durch ihren Ruf stets an Gott zu erinnern.

Am Freitag, 9. November, wurden die vier Glocken auf den Turm gezogen. Am ersten Adventssonntag 1962 ließ das neue Geläute erstmals seine Stimme über die Dächer der Bergstadt erschallen.

Seither besteht das Geläute aus folgenden vier Glocken:

1.) Christkönigsglocke

Schlagton:        cis1

Gewicht:          1980 kg

Inschrift:           Jesus Christus, König der Könige, kommt, lasset uns ihn anbeten

Relief:   Christuszeichen

2.) Marienglocke

Schlagton:        e1

Gewicht:          1245 kg

Inschrift:           Maria breit’ den Mantel aus, mach Schirm und Schild für uns daraus, 

Am 9. November 1962 wurden die neuen Glocken auf den Turm gezogen, hier die große Christkönigsglocke kurz vor ihrem Ziel

                        laß’ uns darunter sicher stehn, bis alle Stürm’ vorübergehn

Relief:              Marienzeichen

3.) St. Georgs-Glocke

Schlagton:        fis1

Gewicht:          850 kg

Inschrift:           Heiliger Georg, bitte für uns, führe uns, streite für uns, schütze uns.

                        Gestiftet von der Stadt St. Georgen im Schwarzwald

Relief:              Hl. Georg

4.) Schutzengelglocke

Schlagton:        gis1

Gewicht:          733 kg

Inschrift:           Heiliger Schutzengel mein, laß’ mich dir empfohlen sein

Relief:              Hl. Schutzengel

Alle Glocken tragen zudem den Namen des Gießers F.W. Schilling und das Gussjahr 1962.

Seither begleiten die Glocken mit ihrem feierlichen Klang das Leben der Gemeinde. Eine Läuteordnung regelt genau, zu welchem Anlaß welche Glocken erklingen. Morgens um 7 Uhr läutet die kleinste Glocke. Das Läuten mittags um 12 Uhr wird von der Marienglocke übernommen. Abends um 18 Uhr erschallt die tiefe Stimme der Christkönigsglocke. Sie läutet auch, wenn auf dem Waldfriedhof ein Gemeindeglied zur letzten Ruhe gebettet wird. Zur Vorabendmesse sowie zu den Gottesdiensten an Sonn- und Feiertagen erklingen alle vier Glocken. Das volle Geläute ertönt auch am Samstag um 15 Uhr zum Einläuten des Sonntags. Die Werktagsmessen werden von zwei Glocken eingeläutet. In den Sonntagsgottesdiensten läutet die St. Georgsglocke zur Wandlung. An den hohen Festtagen des Kirchenjahres übernimmt die große Christkönigsglocke das Wandlungsläuten.

Und hier bekommt man ein Hörbeispiel des St. Georgener Glockengeläuts.

Jochen Schultheiß